Micron Document
<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Fundgrube</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Fundgrube"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Fundgrube rootpage-Fundgrube skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Fundgrube</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Als <b>Fundgrube</b> wurde im mitteleuropäischen Bergbau dasjenige Grubenfeld bezeichnet, das als erstes auf einer neuentdeckten Lagerstätte verliehen wurde. Die Fundgrube war dabei zumeist größer als die sich anschließenden Grubenfelder. Der Begriff „Fundgrube“ findet sich schon im Freiberger Bergrecht A (um 1300)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sowie im Iglauer Bergrecht (um 1240). Wesentliche Inhalte dieser beiden Bergrechte bildeten die Grundlage der meisten jüngeren Bergordnungen des mitteleuropäischen, insbesondere des mitteldeutschen und norddeutschen Raumes dar.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Fundgrube als besonderes Grubenfeld durch die neueren Berggesetze weitgehend abgeschafft. Nach der <a href="Mutung" title="Mutung">Mutung</a> erfolgte die <a href="Verleihung_(Bergbau)" title="Verleihung (Bergbau)">Verleihung</a> der Fundgrube durch den <a href="Bergmeister_(Beruf)" class="mw-redirect" title="Bergmeister (Beruf)">Bergmeister</a>. Nach dem Fündigwerden erfolgte die Vermessung durch den Markscheider und das <a href="Erbbereiten" title="Erbbereiten">Erbbereiten</a>. Die Größe des <a href="Grubenfeld" title="Grubenfeld">Grubenfeldes</a> einer Fundgrube war in der jeweiligen <a href="Bergordnung" title="Bergordnung">Bergordnung</a> geregelt und variierte zwischen den verschiedenen Revieren.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Formalitäten"><span id="Formalit.C3.A4ten"></span>Formalitäten</h2></div>
<p>Hatte ein <a href="Muter" title="Muter">Muter</a> eine neue Lagerstätte als erster entdeckt, so musste er sie entblößen. Mit diesem Vorgang belegte er, dass er das Fundrecht auf die Fundgrube in Anspruch nahm. Hierzu warf er an dieser Stelle seinen <a href="F%C3%B6rderk%C3%BCbel" title="Förderkübel">Kübel</a> und das Seil hin. Dieser Vorgang des Entblößens war dazu erforderlich, dass der Bergmeister oder ein von ihm beauftragter Bergbeamter die Fundgrube befahren konnte. Nachdem der Bergbeamte die Fundgrube befahren hatte, wurde diese dann entsprechend dem Berggesetz vermessen und ins Bergbuch eingetragen. Warf ein anderer Muter als der Fundgrübner seinen Kübel und das Seil auf die entblößte Stelle, nannte man diesen Vorgang „die Fundgrube forttragen“. Dadurch kam es dann zu Streitigkeiten zwischen den Bergleuten, die dann vor dem <a href="Berggericht" title="Berggericht">Berggericht</a> durch den <a href="Bergrichter" title="Bergrichter">Bergrichter</a> verhandelt wurden. Die an die Fundgrube angrenzenden Grubenfelder bezeichnete man als <a href="Maa%C3%9F_(Bergbau)" title="Maaß (Bergbau)">Maaßen</a>.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Den <a href="Schacht_(Bergbau)" title="Schacht (Bergbau)">Schacht</a>, der in unmittelbarer Nähe der Fundgrube abgeteuft wurde, bezeichnet man als <i>Fundschacht</i>. War ein Fundgrübner mit den Abmessungen der Fundgrube nicht einverstanden, so konnte er sich vor dem Bergamt erklären und beantragen, dass der Fundschacht den Mittelpunkt der Fundgrube darstellt und somit die Fundgrube großzügiger bemessen wurde. Diesen Vorgang bezeichnete man als <i>Fundgrube strecken</i>.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abmessungen_der_Fundgrube">Abmessungen der Fundgrube</h2></div>
<p>Größe der Felder einer Fundgrube sowie die Art und Weise der Vermessung unterschieden sich zwischen den verschiedenen Bergrevieren.
</p><p>Meist wurde die Fundgrube halb über und halb unter der Fundstelle bemessen. Obwohl die Größen der Fundgruben in der Regel vorgegeben waren, konnte der Muter unter Umständen mit dem Bergbeamten eine andere Größe vereinbaren. Dies war dann möglich, wenn es ohne Nachteil für den Feldnachbarn geschah.
</p><p>Im kursächsischen Bergbau betrugen die Abmessungen jeweils 3,5 sächsische <a href="Lachter" title="Lachter">Lachter</a> beiderseits des Ganges, dem sie auf einer Länge von 42 Lachtern nach seinem <a href="Streichen_(Geologie)" title="Streichen (Geologie)">Streichen</a> und <a href="Fallen_(Geologie)" title="Fallen (Geologie)">Fallen</a> folgten. Lediglich auf diesem begrenzten Teil, nicht auf dem gesamten Gang wurde dem <a href="Mutung" title="Mutung">Muter</a> das Abbaurecht verliehen, jedoch stand es ihm zu, weitere Grubenfelder zu muten.
Im Freiberger Revier betrugen die Abmessungen 60 Lachter, im Obererzgebirge und in St. Joachimsthal 42 Lachter, in Ungarn 28 Lachter oder 4 Lehen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Die Lebertaler Bergordnung von 1527 sah eine Länge von 5 Lehen<sup id="cite_ref-Anm._Vei._6-0" class="reference"><a href="#cite_note-Anm._Vei.-6"><span class="cite-bracket">[</span>ANM 1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> zu je 7 Bergklaftern sowie eine seitliche Ausdehnung von je 7 Bergklaftern ins Hangende und Liegende vor.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Diese sich oberhalb und unterhalb der Fundgrube auf dem Erzgang anschließenden Grubenfelder wurden meist als Maaßen bezeichnet, ihre Fläche war geringer als die der Fundgruben. Machte der Fundgrübner von seinem Vorrecht auf die Maaßen nicht Gebrauch, konnten diese anderweitig verliehen werden.
</p><p>Eine besondere Form der Grubenfelder stellen <a href="Geviertfeld" title="Geviertfeld">gevierte Fundgruben</a> dar, deren Felder durch <a href="Vierung_(Bergbau)" title="Vierung (Bergbau)">Vierung</a> der Lagerstätte festgelegt wurden. Sie fand im Eisenerz- und Zinnbergbau Anwendung, wenn Abbaurechte an Erzen stockförmiger Lagerstätten verliehen wurden. Auch beim Grubenfeld der Königskrone-Fundgrube um den <a href="Schneckenstein_(Fels)" title="Schneckenstein (Fels)">Schneckenstein</a> handelte es sich um eine Vierung.
</p><p>In Sachsen wurde mit dem Inkrafttreten des Gesetzes über den Regalbergbau von 1851 eine neue Rechtsgrundlage für Grubenfelder geschaffen, die die bis dahin üblichen Fundgruben und Maßen ablöste und durch eine Festsetzung nach Maßeinheiten (Grubenfeldmaßen) die Herstellung größerer Grubenfelder schuf. Für bereits verliehene Berggebäude erfolgte die <a href="Markscheider" title="Markscheider">markscheiderische</a> Neuaufnahme des Grubenfeldes. Die traditionelle Bezeichnung <i>Fundgrube</i> blieb als Teil vieler Grubennamen erhalten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beispiele">Beispiele</h2></div>
<ul><li><a href="Fundgrube_T%C3%BCrk" title="Fundgrube Türk">Fundgrube Türk</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li>Zu Berechnungen der Fundgrube siehe <a href="Einlehn" title="Einlehn">Einlehn</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Georg Agricola: De re metallica. Basel 1556, S. 55–62. Übersetzt und bearbeitet von Georg Fraustadt und Hans Prescher. Berlin 1974, S. 132–141 u. 735 f.</li>
<li>Willecke, Raimund: Die deutsche Berggesetzgebung. Essen 1977.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external free" href="https://codex.isgv.de/codex.php?band=cds2_13">https://codex.isgv.de/codex.php?band=cds2_13</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"> Willecke, Berggesetzgebung, S. 59.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen. Verlag von Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Carl Friedrich Richter: Neuestes Berg- und Hütten-Lexikon. Erster Band, Kleefeldsche Buchhandlung, Leipzig 1805</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Willecke, Berggesetzgebung, S. 60 f.; Fraustadt/Prescher, S. 735 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Westermann, Montanregionen.</span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references" data-mw-group="ANM">
<li id="cite_note-Anm._Vei.-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-Anm._Vei._6-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Das <i>Lehen</i> war im frühen Bergbau ein Flächenmaß, das die Abmessung sieben <a href="Lachter" title="Lachter">Lachter</a> Länge und sieben Lachter Breite hatte. (Quelle: Heinrich Veith: <i>Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen</i>.)</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-08-10" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Fundgrube&amp;oldid=258741524">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>

</body></html>